Neue Coronavirus-Testverordnung des BMG: Zahnärzte nur im Auftrag des öffentlichen Gesundheitsdienstes zu Testungen ermächtigt

Pressemitteilung der Bundeszahnärztekammer: https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/pm18/pm21/210116_Testverordnung.pdf

 Neue Coronavirus-Testverordnung des BMG

Zahnärzte nur im Auftrag des öffentlichen Gesundheitsdienstes zu Testungen ermächtigt

 Berlin, 16. Januar 2021 – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die Coronavirus-Testverordnung vom 30. November 2020 erneut geändert. Mit der Änderung wurde der Kreis der zur Testung berechtigten Leistungserbringer, wie Arztpraxen und von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebene Testzentren, u.a. um Zahnärzte bzw. ärztlich und zahnärztlich geführte Einrichtungen erweitert. Die Berechtigung zur Testung durch einen Zahnarzt setzt jedoch eine entsprechende Beauftragung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) voraus.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) weist angesichts anderslautender Presseberichte darauf hin, dass es Zahnärzten ohne einen entsprechenden Auftrag durch den ÖGD weiterhin nicht möglich ist, Patienten mittels Antigen- oder PCR-Test auf das Corona-Virus zu testen. Davon unberührt bleibt die Testung des Praxispersonals mittels PoC-Antigen-Test durch den Zahnarzt auch weiterhin möglich.

Zahnarztpraxen als Corona-Testeinrichtungen

Zahnarztpraxen als Corona-Testeinrichtungen

Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) bittet die Zahnärzteschaft in Rheinland-Pfalz um Unterstützung: Damit sich mehr MitarbeiterInnen von Schulen und Kindertagesstätten schnell und unkompliziert testen lassen können, sollen in Zahnarztpraxen PoC-Antigen-Tests durchgeführt werden – befristet bis zum 31.3.2021. Hierzu erhalten Testberechtigte von ihren jeweiligen Einrichtungen eine Legitimationsbescheinigung („Erklärung zur Vorlage in der Testeinrichtung“), die der Praxis vorzulegen ist.

Die Praxis kann ihren Aufwand dem Land gegenüber in Rechnung stellen (in Höhe von 39 Euro). Weitere Kosten für die Schutzausrüstung, Schnelltests und Verbrauchsmaterial werden nicht übernommen.

Ein Online-Portal zur Registrierung ist in Arbeit.

Interessierte Praxen registrieren sich zunächst direkt per E-Mail beim LSJV (testzentrum@lsjv.rlp.de) mit folgenden Angaben:

  • Name der Testeinrichtung/Praxis
  • Ansprechpartner/in
  • Straße
  • PLZ
  • Ort
  • Praxis-Öffnungszeiten
  • E-Mail-Adresse (für die Mitteilung der Aktivierung des Registrierungsportals)
  • Telefonnummer (für die Testberechtigten)

 Mehr Informationen finden Sie unter:

https://lsjv.rlp.de/de/unsere-aufgaben/gesundheit/schnelltestvermittlung/

 

Erfolgreiche Kammersprechstunde zum Thema „Corona-Impfung“ am 13.01.2021

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kammermitglieder,

wir danken Ihnen für die rege Teilnahme an unserer Kammersprechstunde und die vielen geführten Telefonate sowie persönlichen Gespräche, rund um Ihre Fragen zur Corona-Impfung und Pandemielage. Wir werden die wichtigsten Erkenntnisse und auch arbeitsrechtliche Fragestellungen an dieser Stelle für Sie bündeln.

Bei weiteren Fragen rund zur Impfung, wenden Sie sich gerne jederzeit an uns.

Freundliche Grüße

BZK Trier

Kammersprechstunde zur Corona-Impfung am 13.01.2021 – mit San.Rat Dr. Peter Mohr, ZA Stefan Chybych M.Sc., M.Sc. und Dr. Robert Germund

Serviceangebot für unsere Kammermitglieder bei Fragen rund um die Corona-Imfpung:

unsere geschäftsführenden Vorstände, Sanitätsrat Dr. Peter Mohr, ZA Stefan Chybych M.Sc., M.Sc. und unser Geschäftsführer Dr. Robert Germund, stehen Ihnen allen persönlich am 13.01.2021, in der Zeit von 15:00 bis 18:00 Uhr, im Konferenzraum der Geschäftsstelle und telefonisch unter der Rufnummer: 0651 – 999 858 – 0 bei Fragen rund um die Corona-Impfung zur Verfügung.

Gerne rufen Sie uns an oder kommen zu uns in die Geschäftsstelle – je nach Anrufaufkommen und persönlichen Besprechungsbedarfen rufen wir Sie zurück, bitte hinterlassen Sie daher unbedingt Ihre Rufnummer.

Informationen für das Praxisteam zum Thema Impfen, besonders COVID 19 Impfung

Information für das Praxisteam zum Thema Impfen, besonders COVID 19 Impfung / Stand: 05.01.2021. (Quellen: RKI Infektionsschutz, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung)

Impfungen sind die effektivsten und weltweit am stärksten verbreiteten Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Krankheiten überhaupt.

Noch zur Jahrhundertwende um 1900 starben die Hälfte aller Kinder einer Familie an der Diphterie der „Würgeengel der Kinder“ genannt wurde. Es handelt sich um eine bakterielle Halsentzündung bei der die Bakterien (mit einem Toxin) das körpereigne Gewebe zerstören (Mandeln sind so geschwollen, dass die Kinder keine Luft mehr bekommen. Diese Infektion führt unbehandelt immer zum Tod.

Ähnliche Wirkweise hat auch der Tetanuserreger.

Seit den 50 er Jahren des letzten Jahrhunderts werden alle Neugeborenen gegen diese beiden Erkrankungen grundimmunisiert, die letzte Diphterie Epidemie (= Ausbruch einer ansteckenden Krankheit in einer bestimmten Region) in Deutschland war 1942-1945 (mit 245.000 Erkrankungen 1943).

Heute erkranken dank des Impfschutzes in Deutschland nur einzelne Personen (2018 in RLP keiner, in den anderen Bundesländern zwischen 2-6 Personen!).

Impfungen sind generell sehr sicher.

Sie machen in der Regel weder krank, noch können sich andere an Geimpften anstecken. Denn die meisten Impfstoffe bestehen aus abgeschwächten oder inaktiven Erregern bzw. Bestandteilen von Erregern. Häufig bekommen die Geimpften aber vorübergehend einzelne Symptome wie z.B. erhöhte Temperatur, Rötung an der Einstichstelle, Muskel-, Glieder- oder Kopfschmerzen. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper aktiv mit dem Impfstoff auseinandersetzt und einen effektiven Schutz gegen den Erreger aufbaut. Diese Impfreaktionen fallen in jedem Fall viel weniger schlimm aus als die Beschwerden oder Folgeschäden der Krankheit, gegen die geimpft wird.

Bleibende Schäden sind bei den heutigen Impfstoffen nur bei weniger als einem unter einer Million Geimpften nach einer Mumps- oder Masernimpfung aufgetreten. Zum Vergleich: Ungeimpfte bekommen beide Krankheiten fast immer, und jeder zehnte leidet bei Mumps auch an Hirnhautentzündung, jeder 500ste bei Masern auch an einer Gehirnentzündung. Beide Komplikationen hinterlassen oft bleibende Schäden.

Vereinzelt können allergische Reaktionen nach Impfungen auftreten, das liegt häufiger an den Adjuvantien (Impfverstärker), die dem Körper vorgaukeln sollen das viel Antigen in den Körper gelangt ist, damit dieser schnell und effizient reagieren kann. Aluminiumhydroxid ist eines dieser Zusätze. Wer gegen diese Substanz allergisch ist muss man das unbedingt vor jeder Impfung angeben. Allerdings enthalten nicht alle Impfstoffe diese Zusätze. Der Impfstoff von BioNTech-Pfizer enthält ihn nicht.

100 % Sicherheit nach einer erfolgten Impfung?

Diese Sicherheit kann kein Impfstoff geben.

Manche Impfstoffe schützen mehr als 98 % aller Geimpften vor einer Erkrankung. Andere Impfstoffe könnten nur weniger Menschen vollständig schützen, erzielen aber bei den anderen zumindest einen solchen Immunschutz, dass die Krankheit leichter verläuft. Wichtig ist: Viele Impfungen müssen mehrfach verabreicht werden, damit sie ihre volle Schutzwirkung erzielen. Grippeschutz liegt nach einer Impfung zwischen 56 und 64%, Tetanus bei 98%., Masernimpfschutz nach 1. Impfung 92% nach 2. Impfung 98-99%.

Es gibt verschiedene Impfstoffe mit unterschiedlichen Wirkweisen.

Lebendimpfstoffe bzw. Lebend-attenuierte-Impfstoffe

Lebendimpfstoff enthalten Erreger, die sich zwar noch vermehren können, also „lebensfähig“ sind, aber deren krankmachenden Eigenschaften abgezüchtet wurden. Man spricht hier auch von sogenannten attenuierten Erregern. Beispiele sind Impfstoffe gegen Mumps, Masern und Röteln.

Totimpfstoffe, zu denen Ganzvirus-, Untereinheiten- (Subunit-) und Spaltimpfstoffe gezählt werden,

Totimpfstoffe enthalten abgetötete, also nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger. Hierzu zählt man auch solche Impfstoffe, die nur Bestandteile oder einzelne Moleküle dieser Erreger enthalten. Je nach Art der Herstellung und dem Grad der Aufreinigung spricht man von Ganzvirus-, Spalt- oder Untereinheiten- (Subunit-) Impfstoffen. Beispiele sind Impfstoffe gegen Hepatits A (Ganzvirus-) und Influenza (Spalt- und Subunit-Impfstoffe).

  • Vektorimpfstoffe

Vektorimpfstoffe bestehen aus für den Menschen harmlosen Viren, den sogenannten Vektoren. Die Vektoren sind im Menschen nicht oder nur sehr begrenz vermehrungsfähig. Damit das menschliche Immunsystem die Abwehr gegen den Krankheitserreger aufbauen kann, muss er mit Molekülen (Antigenen) des Krankheitserregers in Kontakt kommen. Dies kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden.

Entweder kann in einem Vektor ein Molekül aus der Virushülle des Vektors gegen ein Molekül aus der Hülle des Krankheitserregers ausgetauscht sein.

Oder der Vektor enthält die Information zum Aufbau von einem oder mehreren Protein-Molekülen (Antigenen) des Krankheitserregers. Diese Information wird dann in der menschlichen Zelle abgelesen, das Antigen des Krankheitserregers hergestellt und dem Immunsystem präsentiert. Somit wird die beim Impfen erwünschte Immunantwort ausgelöst.

Bei diesen Veränderungen des Vektors wird darauf geachtet, dass seine Unbedenklichkeit für Mensch und Umwelt erhalten bleibt.

  • mRNA-Impfstoffe

Bei diesen Impfstoffen werden keine Krankheitserreger oder deren Bestandteile (Antigene) für die Immunisierung benötigt. Durch die Impfung wird den Zellen im Muskelgewebe in Form einer mRNA (messenger-RNA bzw. Boten-RNA) nur die Information für die Herstellung einzelner Antigene übertragen. Ähnlich der Infektion mit einem Virus, beginnt die Zelle nach dem Bauplan der mRNA mit der Produktion von Proteinen, die als Antigene dem Immunsystem präsentiert werden und eine Immunantwort auslösen. Da es sich nur um einzelne Proteine handelt, die von den Zellen hergestellt werden, ist mit dieser Methode keinerlei Infektionsrisiko vorhanden.

Der Transport in die Zelle, und die Vervielfältigung, bzw. Produktion der Proteine findet mit Hilfe der Ribosomen in einer menschlichen Zelle statt und kann nicht das Erbgut im Zellkern verändern, da diese RNA nicht in der Zellkern gelangen kann. (siehe Google :Bauplan Eukaryonte Zelle)

COVID 19 Impfstoff

Nach Angaben der WHO sollen weltweit über 200 Impfstoffentwicklungen gegen das Corona-Virus angelaufen sein. 52 Impfstoffkandidaten befinden sich derzeit in klinischen Studien (Phase 1-3), 162 befinden sich in präklinischen Studien).

Impfstoffentwicklung

https://www.bmbf.de/de/corona-das-ist-der-stand-bei-der-impfstoff-entwicklung-11152.html

Auf dieser Liste der Institute und Unternehmen finden sich auch die deutschen Firmen BioNTech-Pfizer die Zulassung ist in der EU und Deutschland bereits erfolgt. Cure Vac, geplante Zulassung im Laufe 2021 sowie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung gemeinsam mit der Firma IDT Biologika ebenfalls Zulassung Mitte oder Ende 2021.

Weitere Firmen sind Astra Zeneca und Moderna, deren Zulassungen zur Zeit die deutschen und europäischen Gesundheitsbehörden prüfen.

Die Wirkweise von BioNTech – Pfizer, Moderna und Curevac beruhen auf Basis der m-RNA Impfstoffe.

Die IDT Biologika entwickelt einen Vektor-Impfstoff zur Immunisierung von Erwachsenen und älteren Risikogruppen gegen COVID-19

Astra Zeneca zusammen mit der Universität Oxford hat ebenfalls einen Vektorimpfstoff entwickelt der auch schon in Großbritannien zugelassen ist.

Der Vorteil dieses Impfstoffes liegt in der Logistik zur Verbreitung und Verteilung des Impfstoffes, da er nicht bis -70°C transportiert und gelagert werden muss.

Die Zuverlässigkeit der Impfstoffe variieren momentan zwischen 70% und 95% hinsichtlich des Immunschutzes.

Das Ziel ist die Covid-19 Pandemie in den Griff zu bekommen. Wir sind auf einem guten Weg, da jetzt die Schutzimpfung möglich ist. Natürlich gibt es auch einige Bevölkerungsgruppen, die auf Grund Ihres Alters, (Säuglinge) oder bestimmten Vorerkrankungen nicht geimpft werden können.
Besteht aber eine Herdenimmunität, werden automatisch diese Personengruppen mit geschützt.

https://www.impfen-info.de/wissenswertes/herdenimmunitaet.html

Um eine Herdenimmunität zu erreichen bedarf es einer Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung (nach Ansicht von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Corona-Pandemie und das weltweit).

Diese Impfmöglichkeit wird nicht ein Leben im Sommer 2021 ermöglichen wie vor Corona!

Weitere kontinuierliche Forschungen sind erforderlich um die vielen Fragen zu beantworten, etwa inwiefern eine Impfung gegen Sars-CoV-2 die Schwere einer möglichen Infektion abschwächt und wie gut sie eine Übertragung des Virus verhindern kann.

Lassen Sie sich impfen!!!

Damit schützen Sie sich und sind ein Teil für die Gemeinschaft zum Erlangen der Herdenimmunität.

Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt, damit die COVID 19 Pandemie durchbrochen werden kann.

P.S.: Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es keine Hinweise darauf, dass eine COVID-19-Impfung nach unbemerkt durchgemachter SARS-CoV-Infektion gefährlich ist. Daher ist es auch nicht notwendig, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung eine akute asymptomatische oder unerkannt durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

Zur Frage, wann Personen mit nachgewiesenermaßen durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Impfung angeboten werden sollte, kann die STIKO auf Basis der aktuell vorliegenden Evidenz noch keine endgültige Aussage machen. Nach überwiegender Expertenmeinung sollten Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, zunächst nicht geimpft werden.

Es ist davon auszugehen, dass nach einer überstandenen Infektion bei den meisten Menschen zumindest eine gewisse Schutzwirkung besteht. Wie lange diese anhält ist jedoch noch nicht abschließend zu beantworten.  (STIKO Empfehlung Stand 23.12.2020)

Sabine Christmann
Fachärztin für Arbeitsmedizin

Zahnärztliche Stelle BUS der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz

(mit freundlicher Genehmigung von Frau Sabine Christmann veröffentlicht; Copyright: Sabine Christmann)